Nachdem nun der Entscheid des Stadtrates zur Schliessung der Evangelischen Schule (EvS) feststeht und unsere Vorschläge zur Abwendung dieser Entscheidung ohne wirkliche Gründe beiseite gewischt wurden, sind die Tage der Schule gezählt. Unsere intensiven Bemühungen zum Erhalt der Schule haben leider nicht zum Erfolg geführt. Darüber sind wir traurig und enttäuscht.
Ab den Sommerferien 2011 hört die EvS auf zu existieren. Dies ist der Wille und der Entschluss der Behörden.
Mit der Auflösung der EvS geht nicht nur die Geschichte einer in der einheimischen Bevölkerung geschätzten Bildungseinrichtung zu Ende. Damit bricht ebenfalls ein Pfeiler evangelisch gelebter Gemeinschaft weg. Die Schule war ja eines der Gründungs-Ziele am Ursprung unserer Reformierten Kirche in Brig. An der Gründungsversammlung im September 1906 wurden diese drei Ziele schriftlich formuliert: „Eigene Gottesdienste, eigene Kirche, eigene Schule.“
Auf diesem Fundament fusste auch der traditionelle Bazar unserer Kirchgemeinde. Die durch ihn erzielten Einnahmen ermöglichten die Entlöhnung der ersten Lehrerin an der Kleinkinderschule, die 1912 eröffnet wurde. Aus diesen Anfängen entstand 1947 die EvS.
Auch für das Leben einer Kirche ist es im Wandel der Zeiten wichtig, Veränderungen zu akzeptieren und sich immer wieder neu nach vorne auszurichten. So sind wir durchaus bereit, nach neuen Möglichkeiten und sinnvollen Aufgaben Ausschau zu halten, damit in den Räumen der EvS wieder eine segensvolle Arbeit entstehen kann, die diakonisch ausstrahlt und auch dem Leben unserer Kirchgemeinde neue Impulse schenkt.
Allerdings empfinden wir die willkürliche Art und Weise, wie der lebendigen EvS die Daseinsberechtigung abgeschnitten wurde, als nicht akzeptabel, zumal statt sachlich nachvollziehbarer Gründe die Zwängerei einer Einzelperson mit unstillbarem Drang zur Gleichmacherei bestimmend war. Wir haben dagegen immer wieder Einspruch erhoben, wurden dafür aber von den Verantwortlichen öffentlich gerügt.
Am 18. Mai 2011 fand die ordentliche Urversammlung der Stadtgemeinde Brig-Glis statt. Zusammen mit Kräften aus der Bevölkerung haben wir, bei diesem öffentlichen Anlass in einem Votum die Missbilligung vieler Einwohner unserer Stadt über die willkürliche Beseitigung unserer Schule deutlich zum Ausdruck gebracht.
Zusätzlich haben wir dem Stadtrat für deren brillante Leistung im Ignorieren und Aussitzen eine Mazze als Geschenk übergeben.
Für was steht die Mazze mit den 176 Nägeln:
- Die Mazze ist ein Gegenstand und die nach ihm benannte, in ritualisierter Form ausgelöste Volkserhebung im mittelalterlichen Wallis.
- 1760 Personen haben die Willenserklärung der Trägerschaft zu handen des Stadtrates unterschrieben. Jener Wille der Bevölkerung welcher durch den Stadtrat völlig ignoriert wurde.
Jeder Nagel in der Mazze steht also für 10 Unterschriften.
Es war an der Zeit, dass wir dem Stadtrat zeigen:
Dass wir mit vielen anderen Einwohnern unserer Stadt Wert darauf legt, dass die Beachtung demokratischer Grundsätze und fairer Abläufe nicht einfach ins Belieben gestellt sind.
Damit wäre unsererseits der Schlussstrich im Kampf um den Erhalt der EvS gezogen.
- Willenserklärung an den Stadtrat von Brig-Glis (von 1760 Personen unterschrieben)
- 18.05.2011 – Votum der Trägerschaft an der Urversammlung
- 18.05.2011 – Radio Rottu – EvS zentrales Thema an der Urversammlung
- um die Nachricht auf Radio Rottu zu hören – Hier klicken
- 18.05.2011 – Walliser Bote – Urversammlung Brig-Glis – Keine Abstimmung über Lochmatters Ablösung




